35 - 05704489
35 - 05704489
album_1899671

Cravin' Astonishment

Merkliste
Zusammenfassung

Mit "Craving Astonishment ", ihrem dritten Longplayer nach "Too Many Frames" und "Not On The Map" melden sich Vanessa Vassar und Axel Manrico Heilhecker alias Phonoroid zurück im Kosmos des Psychedelic-Avandgarde-Country-Folk.

Im Jahre 2002 wurde Vanessas Dokumentarfilm „American Waitress“ uraufgeführt, indem vier Kellnerinnen aus New Mexico mit unterschiedlichsten Lebenswegen porträtiert werden. Der von Phonoroid eigens hierfür komponierte Soundtrack diente als Basis für das Gesamtwerk "Craving Astonishment", eine abermalige Ansammlung von Schnappschüssen aus den Weiten dieses staubigen Landstriches. Axel und Vanessa kreieren unter Zuhilfenahme einiger Gastmusiker ein Soundgemälde, das seinesgleichen sucht: Eine Gitarre, die nach Sehnsucht, nach Weite klingt, augenzwinkernd Ry Cooder durch den psychedelischen Wolf dreht und eine Stimme, die zart, lieblich, lakonisch Gedanken intoniert, die eben dem Gehirn einer nicht ganz glücklichen Kellnerin in einem Restaurant „Out of Rosenheim“ entspringen könnten. Dazu gehört ab und an das Spiel mit Klischees, d.h. Country darf hier nicht fehlen, garniert wird er aber mit Soundfetzen oder so entfremdet, daß man sich in einem Country Kosmos fernab von Truckeridyllen wieder findet.

So kann deutsch-amerikanische Freundschaft klingen!

Die Geschichte:

Trotz Vanessas Umzug nach New Mexico in 2000 arbeiten sie und Axel weiter zusammen an ihren besonderen "Klanglandschaften". Im Sommer 2000 besuchten Axel und der Schlagzeuger Harald Grosskopf sie in New Mexico, wo sie bei der vom Native People’s Magazine ausgerichteten Eröffnungsfeier des Indian Market am Institute of American Indian Arts auftraten. Vanessa trug auch eine gesprochene Textversion von phonoroids Musik vor, die live vom National Public Radio in den gesamten Vereinigten Staaten übertragen wurde. Diesen Auftritten folgte eine Show von phonoroid am Paramount in Santa Fe und spezielle Aufführungen mit Originalmusik für die Theaterbearbeitung des Buchs Conspiranoia.

In den folgenden Jahren besuchte Vanessa Axel mehrmals in seinem Studio bei Köln, wo sie den Soundtrack für ihren Dokumentarfilm "American Waitress", der derzeitig im Sundance Channel in den USA zu sehen ist und schließlich auch das Album "Craving Astonishment" (das mehrere Tracks aus dem Film enthält) aufgenommen haben.

"Dieses Album fühlt sich anders an," sagt Vanessa zuhause in Santa Fe, New Mexico. "Ich habe mich entwickelt. Wir haben uns entwickelt. Physisch bin ich zu meinen 'Cowboy und Indianer'-Wurzeln zurückgekehrt, aber geistig habe ich mich in einer Weise weiterentwickelt, die schwer zu beschreiben ist. Es ist fast so, als ob das, was ich sagen möchte, größer wird, während meine Stimme gleichzeitig kleiner wird." Sie macht eine Pause, um einen Moment nachzudenken. "Ich werde oft gefragt, warum ich das gesprochene Wort oder eine leise Stimme wähle, obwohl ich doch eine klassische Ausbildung habe und demzufolge in der Lage bin, jeden Text herauszuschmettern. Die Wahrheit ist, das ist genau das, was ich tun möchte. Da Axel und ich immer noch die meisten Songs gleich beim ersten Mal aufnehmen, ist Vieles von dem, was wir machen – besonders mein Gesang -, immer noch ganz spontan. Ich bin sehr dankbar, daß Axel meine Entscheidungen bezüglich des geschriebenen Worts und der Performance immer akzeptiert hat."

Darauf Axel: “Für mich bringt "Craving Astonishment" Phonoroid auf eine viel höhere Ebene. Als Musiker und Produzent kann ich erkennen, wie sehr wir uns entwickelt haben. Daß wir mit unserer Musik sogar in die Welt des Films eingedrungen sind, scheint unsere natürliche Bestimmung zu sein. Ich persönlich habe schon einiges für den Film komponiert und gleichzeitig ein Tonstudio aufgebaut, das Equipment ausgerüstet ist, mit dem ich an bestimmten Soundtracks arbeiten kann. Vanessa hat immer im Bereich der bildenden und darstellenden Künste gearbeitet, und unsere Musik ist oft als bildlich beschrieben worden."

Auf dem neuesten Album von Phonoroid sind auch diverse Gastmusiker zu hören, darunter der geniale Trompeter Hans Peter Salentin und der angesehene Visual- und Performance-Künstler Bently Spang, ein Amerikaner indianischer Abstammung.

"Wie ein Song auf unserer letzten CD 'sammeln' wir immer Dinge", sagt Vanessa. "Musik, Humor und Experimente finden sich in verschiedenen Kombinationen in all unserer Musik und auch in all unseren Visuals. Genau das wollen wir kontinuierlich weiterentwickeln, wenn wir uns auf die nächste Ebene der Entwicklung von Wort, Bild und Klang begeben."

Zurzeit werden zwei Dokumentarfilme, bei denen Vanessa Regie geführt hat, auf Sundance Channel gezeigt; drei weitere sind in Produktion wie auch ihr erster Spielfilm mit dem Titel "On Sex With Cowboys And Indians". Sie lacht. "Wir haben schon begonnen, am Soundtrack zu arbeiten, obwohl das Script überhaupt noch nicht fertig ist. Naja, ich habe nie behauptet, zu den Leuten zu gehören, die alles auf die übliche Weise machen."

Axel spielt immer noch live und arbeitet weiterhin an Aufnahmen und Musikproduktionen mit phonoroid sowie mit Harald Grosskopf für Sunya Beat, Steve Baltes und vielen anderen bekannten Künstlern. Zurzeit arbeitet er an der Soundtrackmusik für Vanessas Dokumentarfilme "Cinderellas Of Santa Fe", "Girls" und "Behind The Sign"sowie für den Film "On Sex With Cowboys And Indians", der nur Musik von phonoroid enthalten wird.

Axel Manrico Heilhecker betreibt ein eigenes Produktionsstudio in der Nähe von Köln, wo er alle Kompositionen von Phonoroid entwickelt, mischt und mastert. Er hat mittlerweile eine Vielzahl von Kompositionen aufgenommen und viele Alben und CDs herausgebracht. Bis zum Ende der Harald Schmidt Show war er als Gitarrist in der Helmut Zerlett Band allabendlich als Gitarrist zu sehen und hören.

Vanessa Vassar, Sängerin und Textdichterin, wurde in Fort Worth, Texas geboren. Sie war als Musikjournalistin und Creative Writer bei MTV-NY tätig und sang Oper in New York, bevor sie nach Berlin übersiedelte. Dort produzierte sie als Regisseurin zahlreiche Musik-Videos, bevor sie mit Axel Manrico Heilhecker phonoroid gründete. Mittels ihrer CDs hat sie die Geschichten ihres Familienstammbaums erforscht – sie bereiste den amerikanischen Süden, um Klänge, Stimmen und Musik aufzunehmen, und untersuchte ihre europäischen und indianischen Wurzeln.

Vanessa Vassar: rhodes piano, vocal / Axel Manrico Heilhecker: synth bass, lapsteel, vocal loop / Hans Peter Salentin: trumpet / Mario Sorge: fender bass / Marcel Sorge: rhythm guitar / Saeed Ibrahim: drums / Oliver Frost: keyboard / Kamil Elhadi: percussion