Miles Davis Award für Al Di Meola

Al Di Meola, international erfolgreicher Gitarrenvirtuose, gerühmt vor allem für die atemberaubende
Dynamik seines Saitenspiels und das geschickte Jonglieren mit Rock-Elementen oder süffigen lateinamerikanischen Rhythmen, erhält eine besondere Auszeichnung: Das Internationale Jazz-Festival von Montreal, das in diesem Jahr vom 26. Juni bis 5. Juli stattfindet, wird dem Italo-Amerikaner am Eröffnungsabend den Miles Davis Award verleihen. Mit diesem Preis ehren die Kanadier seit 1994 alljährlich „das Gesamtwerk eines international anerkannten Jazzmusikers und seinen Beitrag, die Tradition des Jazz lebendig zu erhalten“.

 

 

Erster Empfänger der Skulptur mit dem stilprägenden Trompeter Miles Davis war vor 21 Jahren der britische Gitarrist John McLaughlin gewesen, der 1980 mit Al Di Meola und dem Flamenco-Idol Paco de Lucia jenes berühmte Trio bildete, das über die Konzertaufnahme „Friday Night In San Francisco“ eine weltweite Faszination für rasante Spielkunst auf der akustischen Gitarre auslöste. Spätere Preisträger des Award aus Montreal waren unter anderen Pat Metheny, Herbie Hancock, Chick Corea, Ornette Coleman, Charles Lloyd, Cassandra Wilson oder Keith Jarrett.

 

Al Di Meola wurde 1954 in New Jersey an der US-Ostküste geboren. Er war noch keine 20 Jahre alt, als er mit Chick Coreas Band Return To Forever in der New Yorker Carnegie Hall auftrat und gleich Maßstäbe für das aufblühende, rock-nahe Fusion-Genre setzte. Ab 1976 festigte der Jungstar seinen Ruf als virtuoser Feuerkopf, mit Soloalben wie „Land Of The Midnight Sun“, „Elegant Gypsy“ oder „Casino“. In den Neunzigern brachte ihn seine Liebe für die Klänge Lateinamerikas und den Tango Astor Piazzollas dazu, mit seiner Gruppe World Sinfonia kammermusikalische Aufnahmen von besonderer Schönheit zu machen. Und 2013 erfüllte er sich einen Jugendtraum: „All Your Life“, eine Verbeugung vor den Beatles, für die er als Teenager geschwärmt hatte. Deren Songs gaben ihm hier Gelegenheit, neben stupender Technik seine klangmalerischen Fähigkeiten auf dem unverstärkten Instrument zu demonstrieren. Immer wieder aber griff der Vielseitige für energiegeladene Rockjazz-Einspielungen auch zur elektrischen Les-Paul-Gitarre.

 

 

Für seine neueste Studioaufnahme „Elysium“ führt Al Di Meola die zwei großen Stränge seines Schaffens souverän wieder zusammen: vitale Rock-Rhythmen und filigrane Perkussion, Draufgängerisches und Romantisches, Elektrisches und Akustisches. Das Album erscheint in Deutschland am 22. Mai.

 

Zum aktuellen Album

 

Zum News-Archiv