Lautsprecherkabel richtig auswählen: Grundlagen und 10 Praxistipps
Im Ratgeber Klang-Tuning hatten wir uns im letzten, dem "Kabel"-Kapitel sehr kurz gefasst. Und einen weiteren Blog-Beitrag zu diesem weiten Feld versprochen. Hier lösen wir dieses Versprechen ein. Zumindest mit den ersten beiden Parts: Theoretische Grundlagen und praktische Lautsprecherkabel-Auswahl. Autor: Lothar Brandt, HiFi- und Musikautor.
Grundlagen 1: Grundsatz
Eins vorneweg: Aus Sicht des Autors gibt es kein "bestes" Kabel. Kabel sind genau genommen Filter. Es gibt nur die Kabel, die dem Signal am wenigsten, besser: so wenig wie möglich, filtern. Kabel machen den Klang nicht besser, sondern sollen ihn nicht verschlechtern.
Grundlagen 2: Physik statt Voodoo
Seit sich die High Fidelity über Dampfradio und Trichtergrammophon hinaus entwickelt hat, wurde an allen möglichen Stellen der Wiedergabe geforscht, gefochten und geflunkert. Die Verbinder zwischen den verschiedenen Komponenten kamen auch dran, spätestens seit Mitte der 1970er trieb das Fach immer neue Blüten. 1977 trat in Deutschland mit Monitor PC eine neue Marke auf den Plan, dem Kabel als klangrelevantem Mitglied der HiFi-Kette zu mehr Beachtung zu verhelfen. "Monitor" war dann zu nahe am Bild, „PC“ gehörte in den Computerbereich. Deshalb war der Firmenname in-akustik irgendwann der passendere Markenname für die Kabel. Sie bilden mit die DNA von in-akustik.
Denn "Physik statt Voodoo" lautet das Motto von Holger Wachsmann, Kommunikationselektroniker, seit 1996 bei in-akustik. Er steht für eine Entwickler-Generation nicht nur bei in-akustik, die auf wissenschaftlicher Grundlage den Kabelbau vorwärts bringen wollen. Statt auf bei Vollmond unter Beschwörungsformeln erzauberte Klangverbesserer zu setzen, studieren sie lieber die einschlägige Elektrotechnik-Literatur. Und da steht eine Menge Hilfreiches drin, etwa zu Widerstand, Induktivität und Kapazität, zu geometrischen und materialtypischen Einflüssen, zu Dielektrika und elektrischen oder magnetischen Feldern. Mehr über den physikalischen Ansatz den in-akustik verfolgt finden sie im Blogbeitrag "Warum auf Kabel achten".
Grundlagen 3: Elektrotechnik
Standards für Lautsprecherkabel aller Art sind die elektrotechnischen Größen Kapazität, Induktivität und Impedanz.
Ein Verstärker stellt an seinen Lautsprecher-Ausgängen eine der Musik entsprechende Wechsel-Spannung. Und die sollte möglichst verlustarm an den Lautsprecherklemmen ankommen. Dabei fließt Strom – und jedes Kabel wirkt über seine Länge wie eine Kombination von Schaltelementen, die sich elektrisch verhalten wie Kondensatoren, Spulen und Widerstände, also wie Bauteile in Schaltungen. Kondensatoren haben – unter anderem – eine Kapazität, Spulen eine Induktivität und Widerstände eine Impedanz. Physiker nennen diese Kenngrößen Leitungsbeläge – und die kann man messen. Mit Voodoo hat das nichts zu tun.
Kapazität und der so genannte Querleitwert lassen einen Teil des Stroms im Kabel sozusagen versickern, während der so genannte Längswiderstand und die Induktivität etwas von der Spannung wegknapsen. Die Impedanz von Lautsprechern beziehungsweise deren Frequenzweiche schwankt nun aber abhängig von der Frequenz.
Das optimale Kabel müsste bei Impedanz, Kapazität und Induktivität den Wert Null aufweisen, was nur extrem kurze Verbinder und dann auch nur annähernd schaffen. Das ist übrigens auch ein Argument für so genannte Aktivboxen, deren Gehäuse auch die Verstärker beherbergen und somit extreme Nähe zwischen Chassis und Amp herstellen. Doch die Regel sind in der High Fidelity passive Boxen – und die Verstärker müssen im Normalfall so zwischen zwei und drei Meter überbrücken.
Das Gemeine ist nun, dass die Kabelbauer niedrige Kapazität mit höherer Induktivität erkaufen und umgekehrt. Wollen sie einen niedrigen Längswiderstand mit besonders viel Kabelquerschnitt erreichen, handeln sie sich den Skin-Effekt ein: Hohe Frequenzen werden nur noch von den äußeren, oberflächenahen Schichten übertragen.
Grundlagen 4: Effekte
Damit Lautsprecher und Verstärker faszinierende Hörerlebnisse bieten können, müssen sie hohe Qualitätsanforderungen erfüllen. Sind diese Bedingungen erfüllt, dann rücken die Lautsprecherkabel in den Fokus. Im Allgemeinen werden in der High Fidelity und im High End Zwillingslitzen oder aus Mehrfachlitzen geflochtene Kabel mit großen Leiterquerschnitten verwendet. Bei diesen Kabeln breitet sich ein Teil des elektromagnetischen Feldes in den Außenraum aus. Das erhöht de induktiven Anteil der Kabelimpedanz und bewirkt neben Leitungsverlusten bei den hohen Frequenzen auch frequenzabhängige Laufzeiten (Dispersion), die den zeitlichen Signalverlauf verformen. Die höherfrequenten Signalkomponenten treffen verspätet ein und können dann von den niederfrequenteren Anteilen des Signalspektrums verdeckt werden.
Untersuchungen des Zeitverhaltens von konventionellen Kabeln offenbaren die Verformungen bei steilflankigen Signalübergängen (Transienten). Die Effekte liegen kabelabhängig im Prozentbereich, sie können aber größere gehörmäßige Auswirkungen haben als gleichgroße nichtlineare Verzerrungen (Klirrfaktor, Intermodulation etc.).
Die verursachten Signalfehler beeinträchtigen nicht nur die Transparenz komplexer Signalstrukturen, sie haben auch physiologische Auswirkungen. Unser Gehör betreibt nämlich ständig Mustererkennung und interessiert sich insbesondere für transiente Signalstrukturen (Knacken, Knistern etc.). Sie werden mit abgespeicherten Geräuschmustern verglichen und auf ein mögliches Gefahrenpotenzial hin analysiert. Dieser Prozess ist seit Urzeiten genetisch bei uns angelegt und kann überlebenswichtig sein. Deshalb ist er auch ständig aktiv und läuft unterbewusst ab. Verfälschte akustische Informationen irritieren und belasten den Erkennungsprozess und können auf Dauer zu Ermüdungserscheinungen führen. Die zeitrichtige Wiedergabe komplexer Signale, insbesondere von schnellen zeitlichen Änderungen, ist also wichtig für ein ermüdungsfreies und entspanntes Hören.
Eine weitere physikalische Besonderheit, die bei allen stromdurchflossenen Leitern auftritt, ist der Skineffekt. Er kennzeichnet die frequenzabhängige Eindringtiefe des elektrischen Feldes in den Leiter und damit die Verteilung der Stromdichte im Leiterquerschnitt. Bei Gleichstrom und Wechselstrom mit niedrigen Frequenzen findet die Stromleitung homogen im gesamten Leiter statt. Mit steigender Frequenz wird sie jedoch immer mehr an die Leiterperipherie verdrängt. Dieser Effekt macht sich auch schon bei den höheren Audiofrequenzen bemerkbar. Für Leiter aus Kupfer beträgt die Eindringtiefe bei 20 kHz nur noch etwa 0,5 mm. Das bedeutet, dass die Stromdichte 0,5 mm unter der Leiteroberfläche bereits auf fast ein Drittel abgesunken ist. Zur Leitermitte hin nimmt sie weiter exponentiell ab. Um frequenzunabhängige Stromleitungsverhältnisse im gesamten Audiobereich zu erreichen, sollte der Leiterdurchmesser weniger als 1 mm betragen. Es ist also unter diesem Gesichtspunkt besser, dünne statt dicke Leiter zu verwenden. Litzen, also Bündel mit vielen dünnen, nicht voneinander isolierten Adern, verbessern die Situation nicht. Sie verhalten sich ähnlich wie ein dicker massiver Leiter, da bei den höheren Frequenzen wegen des Skineffekts hauptsächlich nur die äußeren Adern leiten.
Grundlagen 5: Faktoren
Die Kunst des Kabelbaus besteht nun darin, alles möglichst niedrig zu halten. Das lässt sich in etwa mit dem Auftrag an einen Motoren-Ingenieur vergleichen, möglichst hohe Leistung und Beschleunigung bei möglichst niedrigem Verbrauch in einem möglichst komfortablen Auto erreichen. Und hier wie dort gilt unumstößlich: Sich einem Ziel anzunähern, bedeutet, sich vom anderen wieder weiter zu entfernen. Eine niedrige Kabelkapazität erkauft sich der Kabelbauer etwa fast immer mit höherer Induktivität.
Inwieweit das nun den Klang wirklich nachweisbar beeinflusst, darüber streiten sich die Theoretiker und zerfleischen sich die Praktiker. Klar muss sein: Was als wichtigstes Beispiel Lautsprecher an Verfärbungen, diffuser Abbildung oder erschlaffender Dynamik verschulden, ist in erster Linie der Box selbst oder der Raumakustik anzulasten. Selbst Endstufen mit Schwinggefährdung – besonders sensible Exemplare können bei extrem hohen Kabelkapazitäten zu dieser Art Selbstmord neigen – dürften getrost weiterleben, sofern keine weiteren konstruktiven Mängel vorliegen.
Eine Frage der Konstruktion, unter anderem der Gegenkopplung, in einem Verstärker ist der so genannte Dämpfungsfaktor. Er übernimmt im Zusammenspiel von Endstufe (oder Endverstärker oder Leistungsverstärker) mit dem Lautsprecher eine wichtige Funktion. Dabei ist auch das Lautsprecherkabel relevant: Sein Leitungswiderstand gehört zum Widerstand des gesamten Stromkreises zwischen Verstärker und Lautsprecher und beeinflusst damit den tatsächlich wirksamen Dämpfungsfaktor. Gerade bei längeren Kabelstrecken kann dieser Widerstand deshalb ins Gewicht fallen.
Der Dämpfungsfaktor ist das Verhältnis zwischen dem Widerstand (genauer: der Impedanz des Lautsprechers und dem Ausgangswiderstand des Verstärkers. Die Formel lautet:
Dämpfungsfaktor D F = Lastwiderstand R a / Innenwiderstand R i
Die Bezeichnungen sind etwas verwirrend, weil der Lastwiderstand auch als Eingangswiderstand (trotz des a), Außenwiderstand oder Abschlusswiderstand bezeichnet wird. Der Innenwiderstand hingegen auch als Quellwiderstand oder Ausgangswiderstand bezeichnet. Da es sich um ein Verhältnis zweier Impedanzen (bei Wechselspannungen also von frequenzabhängigen Grössen) handelt, ist korrekterweise auch die Angabe der Frequenz, bei der ein Dämpfungsfaktor gemessen wurde, notwendig.
Noch komplizierter wird es, wenn man sich klarmacht, dass der Dämpfungsfaktor das Verhältnis der Nennimpedanz der Lautsprecherschwingspule zum übrigen Stromkreis darstellt. Und der beinhaltet den Innenwiderstand des Verstärkers , den Leitungswiderstand des Lautsprecherkabels und die Widerstände der Frequenzweichenbauteile.
So wie eine Lautsprechermembran bei elektrodynamischen Lautsprechern durch Induktion zum Schwingen angeregt wird, so induziert sie beim „Ausschwingen“ ihrerseits in der Schwingspule eine elektrische Spannung, die über die Endstufe kurzgeschlossen wird. Der Verstärker muss zum Beispiel auch dafür sorgen, dass die Ausschwingbewegung der Membran am Ende eines Bass-Impuls gebremst wird. Ein Grund, warum Mittel- und Hochtontreiber von einem hohen Dämpfungsfaktor nicht im gleichen Ausmaß profitieren ist, dass ihre Schwingspulen kleiner sind und somit auch die induzierte Spannung und der daraus resultierende Bremseffekt.
Weil bei konventionellen Transistor-Endstufen der Innenwiderstand ausreichend klein ist (kleiner als 0,5 Ohm), schließt der Verstärker die Schwingspule beim Ausschwingen kurz – die Energie wird in Wärme verwandelt. Vereinfacht gesagt, reicht ein Dämpfungsfaktor von 20 aus. Prospekte protzen oft mit dreistelligen Dämpfungsfaktoren, was aufgrund der Komplexität des Themas nicht zielführend ist. Genauso wie die Vorstellung, dass es Acht-Ohm-Boxen oder Acht-Ohm-Lautsprecher gibt.
Praxis 1: Eigene Meinung bilden
Mit unserem Kabelkurs begeben wir uns auf ein ganz heisses Terrain in der High Fidelity. Die einen geben fünfstellige Summen für Top-Verbinder aus, um auch das letzte Quäntchen Klang aus Ihrer Anlage zu holen. Die anderen halten alles Gewese um Kabel für Voodoo. Die Streits oder Angriffe in den sozialen Medien oder Foren entgleiten oft dem menschlichen Anstand. "Schwachsinnig", "religiös" oder "ächerlich" sind noch die harmloseren Anschuldigungen. Doch "schwachsinnig" oder "lächerlich" sind nach Meinung des Autors eher die, die einem freie Meinungsbildung verweigern wollen.
Wir fangen mal mit einer unabhängigen Meinung an: "Kabel machen einen riesigen Unterschied, auch wenn manche Leute denken, das sei esoterisch." Der Spruch stammt nicht etwa von dem Redaktor einer HiFi-Zeitschrift, dem misstrauische Zeitgenossen von Bestechlichkeit über Ahnungslosigkeit bis zur Verführbarkeit ja alles Schlechte der journalistischen Welt zutrauen. Sondern von Wilfried van Baeden, der in Belgien die Galaxy Studios betreibt, wo hochwertige Musikproduktionen und spektakuläre Filmsoundtracks gefahren werden. In dem 7500 Quadratmeter grossen Komplex sind etwa 200 Kilometer Kabel verlegt – und ein Gutteil davon dient der Signalübertragung zwischen erstklassiger Studiotechnik.
Viele HiFi-Fans und nicht zuletzt etliche Hersteller dürften dem Profi begeistert zustimmen, aber auch der zweite Teil seiner Aussage gilt. Nicht wenige, und durchaus nicht nur Hater in den sozialen Medien, halten es für Humbug, in die Strippen mehr als nur ein paar Cent zu investieren. Bevor diese nun die Tastaturen zu Schmähkommentaren wetzen: Die Diskussion um den "Kabelklang", so unselig wie sinnlos, soll hier gar nicht geführt werden. Siehe ganz oben.
Vielmehr wollen wir engagierten HiFi-Hobbyisten Mut zur eigenen Meinung machen. Ein wenig Wissen kann da nicht schaden. Siehe die möglicherweise sehr trockenen "Grundlagen"-Kapitel.
Und noch eine Meinung, diesmal die eigene: Der Autor war und ist überzeugt, dass Klangverbesserungen innerhalb einer HiFi-Anlage zunächst mit der optimierten Lautsprecher-Aufstellung und Raumakustik beginnen sollten, bevor viel Geld in hochwertige Komponenten und Zubehör fliesst. Erst dann lohnt es sich, beispielweise über Kabel nachzudenken, welche die billigen Beipackstrippen ablösen könnten. Beginnen wir mit Lautsprecherkabeln.
Praxis 2: Hoher Einsatz
Klar, zwei dünne Drähtchen tun’s auch. Zum Beispiel im Hause die Türglocke zum Klingeln bringen. Sofern die elektrisch funktioniert und sich per Knopfdruck in den Stromkreislauf einklinkt. Der Begriff Klingeldraht kommt nicht von ungefähr, sondern aus der Praxis, wo Stromlieferant und Verbraucher einander verbunden werden. Klingeldraht zum Verbinden von Verstärkern und Lautsprechern? Klar, geht auch. Nur nicht so gut. Möglicherweise, weil uns beim Hören schöner Musik nicht die Ohren klingeln sollen.
Dabei führen viele Wege nach Rom.
Übertragen in die Kabel-Welt: Der gewählte Weg sollte möglichst direkt und verlustarm verlaufen. Ideal wäre verlustfrei, aber das ist, siehe oben, nicht erreichbar.
Aber es gibt Kompromisse, und zwar mehr oder weniger gute. Oder besser: Mehr oder weniger gut auf Ihre Verstärker-Lautsprecher-Kombination passende. Diese Kompromisse suchen die Entwickler zum Beispiel in der Geometrie, wie sie ihre Leiter anordnen. Das geht von komplexen Verflechtungen mehr oder weniger dicker Leiter, Hohlkernen, bestimmten Isoliermaterialien und natürlich dem Leitermaterial selbst (Kupfer, Silber, Legierungen) bis hin zu der Art, wie man die Stecker (Stifte, Bananas oder Kabelschuhe) anbringt, zum Beispiel Crimpen oder Löten.
Dafür kann man sehr hohen, material- und arbeitszeitintensiven Aufwand treiben. Das ist der Grund, warum selbst bei seriösen Anbietern zum Teil astronomische Summen aufgerufen werden. Und warum selbst ultrateure Kabel nicht immer die besten Ergebnisse an bestimmten Verstärkern und/oder Lautsprechern bringen.
Praxis 3: Typenfrage
Warum mit Lautsprecherkabeln anfangen? In der HiFi-Anlage gibt es ja Stromkabel, die so genannten NF- oder Kleinsignalkabel (etwa zwischen CD-Spieler und Verstärker), Digitalkabel, Phonokabel (vom Plattenspieler zum (Vor)Verstärker) und eben Lautsprecherkabel. Nach der Erfahrung des Autors bringen bessere, genauer besser passende Kabel hier am meisten.
So ein Lautsprecherkabel muss über eine bestimmte Strecke, meist drei Meter, schon eine rechte Menge an Spannung und Strom samt einem wilden Frequenzgemisch transportieren. Die Endstufen-Ausgänge des Verstärkers und die Eingänge des Lautsprechers beziehungsweise seiner Frequenzweiche bilden zudem zwei Schnittstellen, die von Typ zu Typ elektrophysikalisch ziemlich große Unterschiede aufweisen können.
Im Grundlagen-Teil hatten wir dargestellt, dass sich die Kenngrössen, oder, wie der Fachmann sagt, die Leitungsbeläge wie Induktivität, Kapazität oder Widerstand bei einem Kabel in gegenseitiger Abhängigkeit befinden. Es mag nun also Verstärker-Lautsprecher-Kombinationen geben, die besonders gut harmonieren mit einem Kabeltyp, während sie mit einem anderen, möglicherweise sogar teureren, eher schlapp und lustlos tönen.
Das Dumme: Es gibt nicht das eine, das Beste, das ideale Kabel. Wir hatten das schon. Im Zweifelsfall hilft nur ausprobieren.
Die meisten Kabel sind aus Kupfer, aus gutem Grund. Es hat im Verhältnis zum Preis die besten Leitereigenschaften für elektrischen Strom. Immer wieder taucht hier die Frage nach der Reinheit auf, also wie viel Sauerstoff und andere Fremdstoffe sind noch in dem Kupfer drin. Es gibt Hersteller, die mit neunstellig hinter dem Komma sauerstofffreiem Kupfer werben (oxygen free copper OFC), was insofern heikel ist, da es nach der fünften Stelle hinter dem Komma schon messtechnisch richtig eng wird. Wie auch immer: Wer nicht auf die Werbesprüche hineinfallen will, muss die Kristallstruktur unter dem Raster-Elektronenmikroskop selber untersuchen. Was es da an Unterschieden gibt, hat den Autor mächtig staunen lassen.
Eine kleine Zahl von marktbeherrschenden Spezialfirmen (heute meist aus China, es gibt aber auch noch Hütten in Europa und in den USA) beliefert zudem die meisten Kabelhersteller, die also selber keinen übergroßen Einfluss auf die Reinheit ihres Rohstoffes haben. Ab welchem Reinheitsgrad die Unterschiede in der HiFi-Technik akademisch werden, ist umstritten. Wichtiger ist die Weiterverarbeitung.
Hier spielt unter anderem die Mechanik eine grosse Rolle: Verwendet der Anbieter einen durchgehenden Leiterkern (solid core) oder büschelt er – wie meistens – jeden Leiter aus vielen Einzelleitern, den so genannten Litzen, zusammen? Laufen die Einzelleiter parallel, winden sie sich umeinander oder sind sie sogar kunstvoll verflochten? Halten sie dabei einen willkürlichen oder definierten Abstand, liegen sie locker oder stramm aneinander gepresst? All dies kann Einfluss nehmen – und im Zweifelsfall sogar zur Harmonie von Lautsprecher und Verstärker beitragen oder eben nicht.
Es gibt auch Kupferkabel mit einem mehr oder weniger hohen Silberanteil. Sogar einige, sehr teure, Reinsilberkabel. Silber hat einen besseren EC-Wert. Die Electrical Conductivity ist die physikalische Grösse, die die elektrische Leitfähigkeit eines Stoffes beschreibt. Silber hat von allen Metallen den besten, Kupfer den zweitbesten Wert, aber Silber kostet auch erheblich mehr.
Seriöse Hersteller forschen intensiv an der besten Geometrie, und auch das Isolationsmaterial spielt eine Rolle. Eine Master-Arbeit an der ETH Zürich würde wohl nicht ausreichen, alle Ansätze und Lösungen zu diskutieren. Dem Konsumenten werden viele Geschichten und auch manche Märchen erzählt
Weil es keine Ideallösung gibt: Seien Sie misstrauisch gegenüber allen, die Ihnen eine alleinseligmachende Lösung anpreisen. Bewahren Sie sich eine alte Tugend: Differenzieren.
Praxis 4: Wie hören?
Nur: Ist das denn wirklich hörbar? Die Antwort hat ein bisschen was von Radio Eriwan: Im Prinzip ja, wenngleich .... OK, es gibt Klangunterschiede, und sie sind nach Meinung des Autors reproduzierbar. Aber nicht jeder nimmt diese Unterschiede auch als "besser" oder "schlechter" wahr. Das spielt sich allerdings dummerweise eher subtil ab und braucht längere Zeit. Wenn ein Kabel ad hoc mehr Höhen oder mehr Bässe "bringt", ist erst mal Misstrauen gegenüber dem Vorführenden und seinem Equipment angesagt. Das beste Kabel für Sie als Käufer ist das, mit dem Sie subjektiv am entspanntesten über längere Zeit hören können. Und Sie am meisten von der Musik und dem, was in ihr passiert, mitbekommt. Sorry, es ist kompliziert.
Also: Stellen Sie erst einmal ihre Lautsprecher bestmöglich auf und kontrollieren Sie, ob Sie die Wandler auch phasenrichtig an den Verstärker angeschlossen haben: rot auf rot beziehungsweise plus auf plus und schwarz auf schwarz beziehungsweise minus auf minus. Durch Verpolung handeln Sie sich verwaschene Bässe und eine unklare Mittenortung ein.
Heute sind an den Lautsprecher-Terminals oft zwei Anschlusspaare zu sehen für das so genannte BiWiring/BiAmping (siehe auch Punkt „Anschluss“). Im Auslieferungszustand sind die beiden oft mit billigen Blechbrücken verbunden. Schmeißen Sie die baldmöglichst raus und ersetzen sie durch kleine Kabelbrücken.
Wenn Ihr Verstärker schon ein paar Jahre oder gar Jahrzehnte auf den Kondensatoren und Ihre Boxen ähnlich viele auf Sicken und Membranen haben, tauschen Sie lieber zuerst mal diese entscheidenden Komponenten je nach Ihrem Budget und Hörgeschmack aus.
Dann, und erst dann können Sie Ihr mit dem Lautsprecherkabel experimentieren. Die Anbieter sind ohne Zahl, zuweilen gibt es fragwürdige Offerten. Wenn Ihnen Ihr Händler zwei oder drei unterschiedlich aufgebaute Modelle zum Vergleich zu Hause überlassen soll, müssen Sie eventuell schon tiefer in die Tasche greifen. Wenn Sie Lautsprecher oder andere Komponenten dort gekauft haben, sollte das mit zum Geschäft gehören. Und das hat erst recht nichts mit Voodoo zu tun.
Praxis 5: Anschluss
Gemeinhin raten wir von "losen" Kabelenden ab. Kupfer reagiert sehr schnell mit Luftsauerstoff und wird zu wenig leitfähigem Grünspan. Deshalb haben sich zwei Steckertpyen sowohl Verstärker- wie Lautsprecher-seitig durchgesetzt: die halbkreisförmigen Kabelschuhe (oder auch Spades) und die stiftförmigen Bananas. In vielen Erscheinungsformen. Vergoldet, messingbeschichtet, hohl oder massiv, angelötet oder vercrimpt. Achten Sie auch auf die Verarbeitungsqualität dieser Stecker. Viele aktuelle Amps und Boxen lassen beide Varianten zu, zur Sicherheit nachschauen und vom Händler oder Hersteller entsprechend konfektionieren lassen. Welche der beiden "besser" ist, lohnt nicht zu diskutieren.
Der Zubehör-Markt bietet übrigens viele Adapter zwischen Kabelschuh, Banana und dünnem Draht für ältere Verstärker oder Lautsprecher an. Das Anpassen dürfte kein Problem sein. Auf Dauer aber sollten Sie wegen möglicher elektrischer Übergangswiderstände eine möglichst direkte Connection anstreben.
Die meisten aktuellen HiFi- und HighEnd-Lautsprecher bieten heute an ihren Terminals getrennte Anschlüsse für Bass und Mittel/Hochton. Beide Bereiche kann man dann mit getrennten Lautsprecherkabeln (BiWiring), mit einem Single-BiWire-Kabel oder sogar getrennten Verstärkern (BiAmping) anfahren. TriWiring und TriAmping gibt es übrigens – seltener – auch. Über Sinn und Unsinn mag man streiten, vor allem ist es eine Kostenfrage. Nur sehr experimentierfreudige HiFi-Fans sollten probieren, die Frequenzbereiche mit unterschiedlichen Kabeln anzusteuern.
Der Autor hat in vielen Jahren die Erfahrung gemacht, dass es mit einem Kabel (Single Wiring) und entsprechender Verbindung der Anschlüsse mit ähnlichen Kabelbrücken am besten klang.
Oder man nutzt ein Kabel, das schon intern für BiWiring ausgelegt ist und vier Leiter in sich vereint. Nur bei ganz wenigen, extrem ausgearbeiteten Frequenzweichen lohnte sich die getrennte Ansteuerung, aber meist mit dem gleichen Kabel bzw. Kabeltyp.
Praxis 6: Kostenfrage
Sie können pro Lautsprecherkabel-Meter zwischen 0 und 10.000 und mehr Euro ausgeben. Null, wenn Sie eine billige Beipackstrippe nutzen, ein altes Kabel wiederverwenden.
Grundsätzlich gilt: budgetieren Sie so zwischen 5 und 20 Prozent des Preises eines Lautsprechers. Also bei einem Lautsprecher, der pro Stück 1.000 Euro kostet, für das Kabelpaar zwischen 50 und 200 EUR insgesamt. Das ist freilich nur eine Faustregel. Der Autor hat schon einige superteure Kabel ausprobiert und war auch begeistert – doch das spielt sich im obersten HighEnd ab. Für HiFi-Fans können schon deutlich kleinere Investitionen viel bringen.
Aber nochmal (man kann es nicht oft genug sagen/schreiben): Erst einmal Lautsprecher richtig hinstellen und Raumakustik nach Möglichkeit anpassen und optimieren. Dann mal prüfen, ob es mit einer (vielleicht ausgeliehenen) Strippe in Standard-Konfektionierung besser tut. Standard-Konfektionierung heißt zwei mal drei Meter mit Steckern. Wenn ja, den Händler bitten, Ihnen zwei oder drei unterschiedliche Typen auszuleihen - oder wie bei in-akustik den Probehörservice des Herstellers nutzen. Möge das Beste gewinnen.
Praxis 7: Probieren geht über Studieren
Wie oben erwähnt, führt letztlich kein Weg am Ausprobieren vorbei. Und wie ebenfalls bereits ausgeführt, gibt es unterschiedliche Typen von Lautsprecherkabeln: Flachband, Solid Core, Litze, verflochten, parallel und so weiter, die sich in unterschiedlichen Kombinationen von Endstufen und Frequenzweichen unterschiedlich auswirken können.
Deswegen sollte man unbedingt einen eigenen Hörtest machen. Seriöse Händler lassen das - so Zeit- und Materialaufwand in vertretbarem Ausmass bleiben - auch in ihren Räumlichkeiten zu. Aber: Natürlich wird das wohl erst in bestimmten Preisregionen funktionieren, natürlich hat ein Händler auch ein Verkaufsinteresse (der Mensch muss schließlich von etwas leben), natürlich dürfte nicht genau Ihr Equipment vor Ort sein. Deshalb bleibt nur der Check zu Hause, mit der eigenen Anlage, der eigenen Musik.
Aber wie geht man da vor?
Einige Skeptiker, die sicher auf jahrelange eigene empirische Untersuchungen zurückschauen können, bestehen ja darauf, dass es eine möglichst billige Strippe (mindestens) genauso gut tut wie jedwedes "Voodoo"-Kabel. Also gehört ein möglichst preiswertes Kabel unbedingt dazu.
Dann hat der Händler, wo der Verstärker und/oder Ihre Lautsprecher gekauft wurden, ja möglicherweise ein preislich adäquates Kabel empfohlen. Dann bitten Sie ihn, Ihnen dieses für ein Wochenende einmal auszuleihen.
Oder Sie sind aufgrund eines Tests in einer Fachzeitschrift neugierig geworden auf ein bestimmtes, eventuell recht teures Kabel, was Sie dazu ausleihen können. Bevor die Zweifler wieder die Tastatur zur Tirade anwerfen: Nein, die Redaktoren sind nicht alle bestechlich, für die meisten der (Ex)Kollegen kann der Autor da die Hand ins Feuer legen.
Doch fürs Erste gilt: drei Testkabel sollen für – noch – unerfahrene Hörtester erst einmal völlig ausreichen. Billigstrippe, vom Händler empfohlenes Kabel, Traumkabel: Das genügt erst mal.
Praxis 8: Vorbereitung
Die Lautsprecher - es sei noch mal gesagt - sorgfältig aufstellen. drei bis vier Lieblings-Musikstücke aussuchen, die Ihnen auch nach mehrmaligem Hören - das kommt in so einem Vergleich automatisch – nicht auf den Wecker gehen. Gleichmal Spaßbremse Eins: die wenigste aktuelle, erfolgreiche Pop-Musik eignet sich für so einen Hörvergleich. Die ist nämlich meist im Studio in der Dynamik übermäßig zusammengepresst (Fachausdruck: komprimiert) und klangtechnisch massiv behandelt. Kennen Sie den Begriff "Schweinebox"? So bezeichnen Studio-Profis Abhörlautsprecher, mit denen sie ihre Produktionen prüfen, ob sie auch noch über den letzten WiFi-Quäker oder Autoradio-Lautsprecher "gut" tönen. Aber auch da wollen wir keine Religion draus machen: Wer nur mit Adèle, Drake oder Maroon seine HiFi-Anlage hört, bitte. Wäre ja noch schöner, musikalische Vorschriften zu machen.
Wer sich nicht gleich bevormundet fühlt, dem seien die audiophilen Tipps beispielsweise aus den HiFi-Redaktionen empfohlen. Die kann man sich inzwischen oft sogar in hoher digitaler Auflösung (HiRes) von einschlägigen Diensten streamen. Die stereoplay oder die AUDIO oder inzwischen AUDIO+stereoplay hatten und haben zuweilen auf ihren Deckblättern so genannte Covermount CDs mit gut klingenden Titeln.
Der Autor empfiehlt mindestens vier verschiedene Stilrichtungen:
- leise Singer/Songwriter Musik mit charakteristischen Stimmen;
- dynamischer, also zwischen sehr leise und laut wechselnder Jazz in nicht allzu großer Besetzung,
- sinfonische Musik mit viel Dynamik und Rauminformation,
- knackiger Rock mit ordentlich Dampf.
In der Reihenfolge. Aber auch das ist kein Dogma, wichtiger ist, dass Sie die Musik gerne hören.
Stellen Sie den Verstärker so auf, dass Sie immer sehr schnell an die rückwärtigen Anschlüsse kommen. Am praktischsten für schnelles Umstöpseln sind natürlich Bananenstecker, für Kabelschuhe oder lose Enden muss man eben eine flotte Schraubroutine entwickeln. Legen Sie die Kabel so aus, dass Sie immer rasch durchwechseln können. Unser Klanggedächtnis ist kurz, die Beispiele sollten schnellstmöglich hintereinander abspielen.
Und, Spaßbremse zwei: Vor und während des Tests keinen Alkohol. Das berühmte "Bierchen" oder das noch berühmtere "gute Glas Wein" sind zwar dem Musikgenuss durchaus zuträglich. Aber das kritische Hören, fürs Vergleichen unerlässlich, dämpfen sie. Ist leider physiologische Realität. Deshalb: für hinterher aufsparen.
Praxis 9: Durchführung
Machen Sie den Check erst einmal allein. Die soziale Komponente ("Wie, Du hörst da nix?" oder "Das hört doch kein Schwein!") ist nicht zu vernachlässigen. Das "New Toy Syndrome" können wir, weil ja noch nichts gekauft, erst mal noch ausschließen. Aber wer auch hier auf Nummer sicher gehen will, hole sich einen "neutralen Gehilfen" mit in die Stube, der mit nichtssagendem Pokerface die Kabel durchwechselt. Übrigens: Der Autor hat die Erfahrung gemacht, dass Ladies meist besser hören als die Herren, die das HiFi-Hobby ja meist aktiv betreiben. Sie sind besser im Sinne von schnellem Urteilen "gefällt mir besser" oder "efällt mir nicht so". Aber auch das nur am Rande, Beziehungskrisen wollen wir natürlich keine heraufbeschwören.
Stellen Sie die Lautstärke nach Möglichkeit über Zimmerlautstärke, aber deutlich unter Dampfhammer ein. Zu laute Pegel ermüden unser Gehör und seine Unterscheidungsfähigkeit rasch.
Da wir hier ja nicht unterschiedliche Lautsprecher oder Verstärker miteinander vergleichen, sondern Kabel, sind wir bei einem maßgeblichen Kriterium aus dem Schneider: gleiche Abhörlautstärke. Die ist ja per se gegeben. Wir neigen sonst immer dazu, die lautere Komponente als die "bessere" wahrzunehmen. Sollte sich als bei den Lautsprecherkabeln eines als „lauter“ als die anderen herausstellen, hat es womöglich die größeren Reserven, womöglich stellt es sich auf Dauer aber als lästiger heraus.
Konzentrieren Sie sich beim Zuhören und Vergleichen auf wenige, aber nachvollziehbare Details: Sind kleine Lautstärke-Unterschiede im Gesang gut wahrzunehmen oder klingt die Stimme immer gleich laut? Kann man ein Schlagzeugbecken gut ausschwingen hören oder versinkt es im "Matsch"? Zupft der Mensch am Bass die Saiten immer mit der gleichen Intensität? Wie gut sind die ersten und zweiten Geigen, die Solo-Oboe, die Harfe oder die Posaunen im Sinfonieorchester orten? Wieviel Raum-Information wird übertragen? Wirkt der Hall künstlich oder organisch mit dem Klang? Gibt es beim Gitarrensolo einen Lautstärkesprung? Klingt jeder Snaredrumschlag gleich? Das waren jetzt nur Beispiele, aber eine klare Marschrichtung für den Hörtest kann helfen.
Praxis 10: Stolpersteine
Doch auf dem Weg gibt es Fallen, die wir umgehen sollten. Unser Gehirn mit dem äußerst leistungsfähigen Hörzentrum neigt dazu, das aktuelle Beispiel als "besser" zu empfinden als das vorhergehende. Deshalb immer mal wieder die Reihenfolgen tauschen. Wenn ein Kabel sich als das "beste" im Test herauskristallisiert, bitte immer auch die anderen noch danach hören.
Eine Liste der Kriterien mit jeweils einer Skala von Doppel-Minus (für deutlich schlechter als anderes Kabel), Minus (etwa schlechter) über Null (genauso gut), Plus (etwas besser) bis Doppel-Plus (deutlich besser) kann helfen, kann aber auch unnötigen Stress verursachen. Wenn Sie keinen Unterschied hören, hören Sie keinen. Punkt. Das ist kein Makel!
Für den Autor ist eines der wichtigsten Kriterien beim Vergleichen die Langzeit-Tauglichkeit. Die ist natürlich bei einem Checkup mit kurzen Schnipseln nur bedingt herauszufinden. Was sich beim ersten Hören als "mehr Höhen" positiv zeigt, kann auf Dauer etwas nerven. Was zunächst als „angenehme Homogenität“ wahrgenommen wird, kann auf Dauer langweilen. Was erst einmal als „runder“ Klang empfunden wird, kann auf Dauer Brillanz und Details kosten. Deshalb: Auch mal längere Passagen hören, vor allem, wenn sich ein teurer Kandidat als Favorit herausstellt.
Wenn man sich des eigenen Urteils immer noch nicht sicher ist, dann können auch Kumpels mit dem gleichen Hobby mitmischen. Das kann ein großer Spaß werden, aber bitte unterschätzen Sie nicht die Kraft der Suggestion. Der Autor hat schon zu oft erlebt, wie allein die bloße Ankündigung einer Klangänderung diese im Publikum auch „wahr“ werden ließ. Selbst wenn das Equipment jedes Mal das gleiche war.
Mein Fazit
Wenn nun aber der Hörtest-Parcours mit einem für sich klaren Ergebnis abgeschlossen wird, dann ist alles gut. Möglicherweise war es ja tatsächlich so, dass auch die Billigstrippe voll und ganz überzeugte, beziehungsweise die teureren auch nicht besser tönten. Dann haben Sie viel Geld gespart. Möglicherweise aber hat Ihnen ein doch nicht so günstiges Kabel mehr Spaß und Freude bereitet als die anderen. Dann können Sie mit bestem Gewissen zugreifen. Egal, ob andere das als "schwachsinnig" oder „eingebildet“ diffamieren. Nur Ihre Meinung, Ihre eigene Wahrnehmung zählt.
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